Auf der Suche nach der Technologie von morgen

13.06.2017

Auf dem Weg von Ludwigshafen nach Reutlingen machte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 13. Juni 2017 Station bei der Riedericher Firma Botek. In Rheinland-Pfalz hat die 44-Jährige am so genannten Digitalgipfel teilgenommen. Dort drehte sich alles um die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Im Bereich der Gesundheit ist Digitalisierung ein großes Thema. Und so ist es am Dienstagabend gekommen wie es kommen musste: Die Ministerin kam mehr als eine Stunde zu spät zu ihrem Termin nach Riederich, weil sie mit ihrem Dienstwagen im Stau gestanden hatte.

Beim größten Riedericher Arbeitgeber, Botek, und in den Reihen des CDU-Ortsverbands nahm man die Nachricht, die die Ministerin von unterwegs durchgegeben hatte gelassen auf – wie auch sonst. Auf dem Plan standen ursprünglich einige Begrüßungsworte an die Ministerin etwa vom CDU-Ortsvorsitzenden, Jan-Philipp Scheu, Bürgermeister Tobias Pokrop (“Ich wollte der Ministerin einiges über Riederich erzählen“), dem CDU-Bundestagsabgeordneten, Michael Donth und den Botek-Geschäftsführern, Jörg Hiller und Jürgen Wenzelburger.

Michael Donth, ganz polit-Profi ließ es sich unterdessen nicht nehmen, einiges zu und über Nicole Hoffmeister-Kraut zu sagen. Diese Personalie habe vor einem Jahr so manchen überrascht, sie habe sich aber bald als sehr richtig erwiesen. Die Ministerin habe sich schnell gut eingefunden ins Amt, entsprechend positive Rückmeldungen erhalte sie aus den Reihen der Wirtschaft. „Das alles“, so der Abgeordnete Donth, „hätte ich auch gesagt, wenn die Ministerin jetzt da gewesen wäre.“

Zur Überbrückung der Wartezeit erzählte anschließend Geschäftsführer Jörg Hiller einiges über die Firma Botek und, was das Unternehmen so herstellt.

Seit 1974 produziert Botek Werkzeuge zum Tiefbohren sowie Hartmetallwerkzeuge. „Es gibt“, so Hiller, „viele Unternehmen, die solche Werkzeuge herstellen, aber nicht in der Breite wie wir das tun.“ Prunkstück ist das Einlippen-Tiefbohren (0,5 bis etwa 113,99 Millimeter). Charakteristisch für das Verfahren ist, dass der der Kühlschmierstoff durch den Kühlkanal im Werkzeug zugeführt und zusammen mit den Spänen in der V-förmigen Nut des Bohrerschaftes aus der Bohrung herausgeführt wird.

Geschäftsführerkollege Jürgen Wenzelburger ergänzte, dass Bohr-Werkzeuge für Dieselmotoren ein großes Standbein von Botek sei. Durch die derzeitige Diskussion um den Dieselmotor habe eine gewisse Verunsicherung um sich gegriffen. Michael Donth versuchte zu beruhigen auf seine ganz eigene Art: „Ministerpräsident Wilfried Kretschmann hat jüngst gesagt, er habe sich jetzt ein ‚gscheits“ Auto gekauft – einen Diesel.“ In der Zwischenzeit war auch die Wirtschaftsministerin zu der Runde bei Botek gestoßen.

Bevor sie die Firma Botek im Besonderen und den Mittelstand im Allgemeinen lobte, stellte die 44-Jährige klar, dass sie sich beim Thema „Diesel“ von Anfang an offen positioniert habe, „aber doch auch deutlich gegen die Position der Grünen“. Diese wollen bekanntlich den Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2030 verbieten. Für sie sei es wichtig, so Hoffmeister-Kraut, dass keine Technologie von oben herab festgelegt werde. Das Wirtschaftsministerium jedenfalls versuche, neutral zu sein. Nicole Hoffmeister-Kraut nennt es „Technologie-Offenheit“.

Anschließend machte man sich auf zu einer Betriebsbesichtigung, wo man der Ministerin deutlich anmerkte, dass sie selbst aus einem mittelständischen Unternehmen kommt.